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Drehkreuz Ukraine - Gebäudesanierungskonferenz in Odessa



Fotos: IWO e.V.

Im Rahmen des HOME-Projekts und unter Einbeziehung der Themen und Projektarbeit des Projekts "Modellvorhaben Deutsch-Ukrainische Effizienzhäuser" fand vom 13. bis 15. September 2017 eine Internationale "Gebäudesanierung"-Konferenz in Odessa statt. Gesonderte Sessions der Veranstaltung befassten sich mit den Themen der Modernisierung und energetischen Sanierung von Wohn- und öffentlichen Gebäuden sowie von Großsiedlungen in der Ukraine.

Im Hinblick auf das "Modellvorhaben Deutsch-Ukrainische Effizienzhäuser" wurde das Modellgebäude in Poltava und das im Rahmen des Projekts entwickelte Konzept für die komplexe energetische Sanierung vorgestellt. Die Bewohner des Hauses hätten sich laut der anwesenden Vertreter inzwischen für die Umsetzung der komplexen Sanierung ausgesprochen. Es besteht umfänglicher Modernisierungsbedarf, u.a. des Dachs, der Fassade, die Heizungs- und Lüftungsanlagen und der Fenster, von denen auch solche, die im Laufe der letzten Jahre von den Bewohnern in Einzelmaßnahmen erneuert wurden, nicht den Anforderungen moderner Standards entsprechen und zudem teils nicht ordnungsgemäß eingebaut wurden. Die Bestandsaufnahmen und Erstellung der Konzepte zeigen für alle 20 Modellobjekte eine vergleichbare Situation und Bedarfslage. Förderprogramme für die erforderlichen komplexen Sanierungen sind bisher nicht vorhanden. Auch vor diesem Hintergrund war Michail Pawliczenko, Vertreter der IFC, zur Konferenz eingeladen. Er erläuterte die Möglichkeiten des sog. Förderprogramms „Teplyj Kredit“. Außerdem stellte Projektleiter Vladimir Shimkin das Projekt IQ Energy vor, ein Förderprogramm der EBRD für die energetische Sanierung von Gebäuden.

Die Programme von IFC und IQ Energy umfassen allerdings keine Fördermöglichkeiten für die Bewohner zur Realisierung komplexer energetischer Sanierungen.

Dennoch bot die Konferenz die ganz praktische Gelegenheit, die Bedürfnisse der Bewohner gegenüber den Verantwortlichen für Förderprogramme zu äußern. Im Nachgang zur Konferenz ist die Erstellung und Verabschiedung einer Resolution geplant, die an verschiedene Entscheider und Stellen übergeben werden soll, die mit dem Thema der Modernisierung von Gebäuden in der Ukraine befasst sind, darunter die Regierung, der Vize-Premierminister, Hennadij Zubko vom Ministerium für die regionale Entwicklung, Bau- und Wohnungswesen in der Ukraine, IFC, EBRD, NEFKO-Bank, GIZ, USAID und die Deutsche Botschaft in der Ukraine.

Aus Sicht des Modellvorhabens werden folgende zwei Punkte für die Resolution vorbereitet:

  • Im Verlauf der bisherigen Umsetzung des "Modellvorhaben Deutsch-Ukrainische Effizienzhäuser“ ist die Erkenntnis gewonnen worden, dass eine komplexe energetischen Sanierung aufgrund des allgemein schlechten Zustandes der Häuser und um eine optimale Energieeffizienz zu erreichen unbedingt erforderlich ist.
  • Um die komplexe energetische Sanierung zu realisieren, brauchen die Bewohner realistische und sie im vollen Umfang unterstützende finanzielle Angebote, eine technische Begleitung der Sanierungsprojekte und eine geeignete Qualitätssicherung.

Eine solche komplexe Unterstützung vorzubereiten bedarf einer guten Koordination der Geldgeber und den Dialog zwischen:

  • den Verantwortlichen, die staatliche Förderprogramme gestalten,
  • den Kommunen, die lokale Unterstützung geben
  • den Spezialisten (Planer, Bauunternehmen, Finanzspezialisten…)
  • der Bewohnern.

Im Rahmen der Konferenz fand ebenfalls die Abschlussveranstaltung des von der IWO geleiteten EU-Projekts HOME - "The way forward for reforms in the housing sector: empowering grass-root homeowners associations in Azerbaijan, Belarus, Georgia, Moldova and Ukraine" statt. Im Projekt wurden über 11 Beratungszentren in den fünf Partnerländern gegründet bzw. unterstützt. Ihre Vertreter wurden im Rahmen von zahlreichen internationalen Trainings geschult und der Wissensaustausch zwischen den Ländern gefördert. Die Beratungszentren unterstützten die Bewohner von Mehrfamilienhäusern bei der Gründung und Registrierung, aber auch bei ganz praktischen Fragen wie die Organisation von Eigentümerversammlungen. Wichtige und wiederkehrende Beratungsthemen waren die Verwaltung und die energetische Sanierung von Mehrfamilienhäusern. Den großen Beratungsbedarf spiegelte auch die Anzahl der durch die Zentren direkt betreuten und erreichten Menschen wider: in über 160 Seminaren nahmen mehr als 2.900 Personen teil, und es wurden rund 5.300 Bewohner in den Zentren oder vor Ort sowie 2.700 weitere per Telefon beraten. Mit Hilfe der Zentren wurden mehr als 1.200 Wohneigentümergemeinschaften gegründet und mehr als 550 Eigentümerversammlungen betreut.

„Insgesamt zeigte sich in allen Ländern ein enormer Bedarf an Unterstützung für die Bewohner. Sie sind als Zielgruppe bzw. Verbraucher noch immer unterrepräsentiert. Um dieser Herausforderung zu begegnen muss in Zukunft auch von staatlicher Seite der Verbraucherschutz im Wohnungssektor gefördert werden.“, fasst Projektkoordinator Johann Strese zentrale Erkenntnisse aus dem HOME-Projekt zusammen.

Session bei der Internationalen Konferenz in Odessa. Fotos: IWO e.V.
 


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