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Runder Tisch „Energieeffizienz in Wohngebäuden: Baunormen und Pilotprojekte“, Astana, 18.05.2012


Der Runde Tisch fand am 18.05.2012 in Astana im Hotel „Peking Palace“ im Rahmen des 10 tägigen Seminars „Management der Energieeffizienz und Verwaltung von Wohnimmobilien“ vom 14.05. - 25.05.2012 mit Unterstützung des kasachischen UNDP Projekts „Energy Efficient Design and Construction of Residential Buildings” statt.

An der Veranstaltung nahmen teil: Vertreter der Agentur der Republik Kasachstan für Bauwesen, Wohnungs- und Kommunalwirtschaft, des Kasachischen Zentrums für Modernisierung und Entwicklung der Wohnungs- und Kommunalwirtschaft, des Kazakh Scientific Research and Design Experimental Institute of Earthquake-Resistant Construction and Architecture (KazNIISSA), von Projektinstituten, Baufirmen sowie Vertreter der deutschen Tochterunternehmen aus den Bereichen Baustoffindustrie, Heizungsanlagen, Herstellung von Fensterprofilen.

Experten der Initiative Wohungswirtschaft Osteuropa (IWO) e.V., des Ingenieurbüros für Projektentwicklung und Baubetreuung IPB.B aus Berlin und des Projektes UNDP „Energy Efficient Design and Construction of Residential Buildings” haben auf der Veranstaltung ihre Erfahrungen aus Pilotprojekten in Deutschland und Kasachstan vorgestellt.

Herr R. Hillenberg, Sanierungsexperte im deutsch-kasachischen PPP Projekt „Einführung einer Qualifizierung zum Gebäudesanierungsmanager mit Schwerpunkt auf Energieeffizienz an der Internationalen Berufsakademie „Turan-Profi““, 2011 – 2013, stellte die Energieeinsparverordnung EnEV aus Deutschland vor. Diese Verordnung setzt eine Höchstgrenze für den zulässigen Energiebedarf von neuen Gebäuden. Die Qualität der Sanierung misst man anhand der Referenzgrößen „Primärenergiebedarf“ und „Transmissionswärmeverlust“. Die Vorstellung der deutschen EnEV (Prinzipien, Basis) sollte nicht zuletzt den kasachischen Kollegen Anregungen bei der Ausarbeitung der normativen Dokumente für die Energieeffizienz in Gebäuden geben.

Ein wichtiges Element bei der energetischen Sanierung und damit der Reduzierung des Energieverbrauchs und des CO2-Ausstoßes ist eine staatliche finanzielle Unterstützung dieser Maßnahmen. In Deutschland gilt als Regel: Je höher die Energieeinsparung, desto höher die Subventionen! Aufgrund der Erfahrungen aus Deutschland empfahl Herr R. Hillenberg, in Kasachstan der kompletten energetischen Sanierung den Vorrang gegenüber Einzelmaßnahmen zu geben. Er demonstrierte am Beispiel zweier Wohnhäuser aus Karagandy und Almaty, wie man diese Objekte unter Berücksichtigung der deutschen Normen sanieren könnte. Dabei verglich er die kasachischen Energieaudite mit den Berechnungen aus Deutschland und verwies auf die härteren Vorgaben der deutschen Energieeinsparverordnung.

S. Yessengabulov, Experte des UNDP-Projektes „Energieeffizientes Projektieren und Bauen von Wohngebäuden“ stellte die heute gültigen Baunormen RK (SN RK 2.04-21) „Energopotreblenie i teplowaja sazhsita grazhdanskich sdanij“ („Energieverbrauch und Gebäudewärmeschutz“) vor. Die Normen sind laut S. Yessengabulov mit internationalen Normen harmonisiert worden, unter anderem mit der russischen Norm SNiP 23-02-2003 „Wärmeschutz von Gebäuden“ und den territorialen Baunormen (TSN) Russlands „Energieeinsparung in Wohnhäusern und öffentlichen Gebäuden“. Sie stützen sich außerdem auf die Empfehlungen der EU (2002/91/EC und 93/76 SAVE) und berücksichtigen die Erfahrungen der USA aus dem entwickelten Modell „Internationale Normen für Energieeffizienz“.

Im zweiten Teil seines Vortrages stellte Herr Yessengabulov das Pilotprojekt „Bau eines energieeffizientes Mehrfamilienhaus, Karaganda, Ul. Ermakova, mkr.9, Block 5“ vor.

Die am Runden Tisch anwesenden Vertreter der Unternehmen Viessmann Kasachstan, profine RUS, Caparol und Saint-Gobain Kasachstan sprachen über die Verbesserung der normativen Basis (jeder Vertreter aus Sicht seiner Produkte). Zum Beispiel schlug R. Abdrachmanov, Viessmann Kasachstan, folgende drei Verbesserungen vor: 1) Es ist notwendig, für die Realisierung des Punktes 7.2 Wärmeversorgungssysteme für einzelnen Wohnungen (SNIP RK 4.02-42-2006 „Heizung, Ventilation und Klimatisierung“) ein kasachisches normatives Dokument für die Abgassysteme von Wärmegeneratoren auf Basis von Gas als Heizmittel zu entwickeln (ähnlich wie die in Russland entwickelte Norm SP 41-108-2004); 2) Zur Norm SN RK 4.02-103-2002 „Projektierung von autonomen Wärmeversorgungsanlagen“ einen Zusatz hinzufügen: „Bei Bau und Modernisierung von Objekten der Wohnungs- und Kommunalwirtschaft Heizungsanlagen mit einem Wirkungsgrad von nicht weniger als 93% einzusetzen.“; 3) Für die Umsetzung des kasachischen Energiegesetzes vom Dezember 2011 ist es notwendig, die normativen Dokumente für die Projektierung und Verwendung energieeffizienter Technologien - Wärmepumpen, Sonnenkollektoren, Windenergieanlagen - auf dem Territorium der Republik Kasachstan auszuarbeiten.

Als Ergebnis des Runden Tisches wird eine Resolution mit den Empfehlungen der Hersteller-Unternehmen vorbereitet und an die entsprechenden Institutionen, die sich mit der Verbesserung der Baunormen beschäftigen, weitergeleitet.

 


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