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Erfahrungen aus Deutschland zum Wohnungsmarktmonitoring für den Austausch mit der Ukraine
Letzte Woche startete IWO in Zusammenarbeit mit Habitat for Humanity Ukraine eine Online-Webinarreihe, um das ukrainische Ministerium für die Entwicklung von Gemeinden und Regionen bei der Ausarbeitung einer nationalen Wohnungsbaustrategie zu unterstützen. Das erste Webinar machte die Teilnehmer mit deutschen Praktiken der Wohnungsmarktbeobachtung vertraut, um ukrainische Entscheidungsträger bei der Einrichtung eines Mechanismus zur Datenanalyse für eine evidenzbasierte Wohnungspolitik zu unterstützen. Rund 70 ukrainische Wohnungsbauexperten, Beamte und Fachleute nahmen an der Veranstaltung teil, die eine lebhafte Debatte über die Übertragbarkeit der deutschen Erfahrungen auslöste. Das deutsch-ukrainische IWO-Team arbeitet derzeit an der weiteren Ausarbeitung der Empfehlungen für ein Wohnmonitoringsystem und wichtige erste Indikatoren für die Ukraine, die dem Ministerium und der Öffentlichkeit in Kürze vorgelegt werden sollen.
Das Webinar begann mit einleitenden Worten von Knut Höller (Vorstandsmitglied des IWO) und Orkhan Aliyev (Projektleiter bei Habitat for Humanity International Ukraine). Sie skizzierten die aktuellen Bemühungen und Herausforderungen der Ukraine bei der Schaffung einer kohärenten Wohnungspolitik, die auf die unmittelbaren Herausforderungen des Krieges reagiert und gleichzeitig die nachhaltige langfristige Entwicklung des Wohnungssektors fördert. Serhii Komnatnyi (Koordinator der Technischen Arbeitsgruppe zur Entwicklung der staatlichen Wohnungsbaustrategie des Ministeriums für die Entwicklung von Gemeinden und Gebieten der Ukraine) betonte die Notwendigkeit, ein flexibles Wohnungsmarktmonitoringsystem einzuführen, das diese Reformbemühungen unterstützt, und schlug vor, die Dynamik durch eine öffentliche Diskussion über die Parameter eines solchen Systems zu nutzen, während die nationale Wohnungsbaustrategie entwickelt wird.
Albina Dik leitete den ersten Teil des Webinars im Namen des IWO und lieferte umfassende Informationen zur Wohnungsmarktbeobachtung in Deutschland. Sie ging auf die Ziele der Wohnungsmarktanalyse und die historische Entwicklung von Monitoringmechanismen ein. Sie stellte die Praktiken des Wohnungsmarktmonitorings in den breiteren rechtlichen Rahmen der Wohnungspolitik ein und erläuterte die Zuständigkeiten auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Ihr Vortrag schloss mit einem Überblick über die wichtigsten Indikatoren des deutschen Wohnungsmarktmonitorings. Sie erklärte, welche Datensätze analysiert werden und wie diese in die Entwicklung der Wohnungsstrategie einfließen.
Robert Koschitzki bot fachliche Einblicke in die Wohnungsmarktbeobachtung aus der Perspektive eines Praktikers. Auf der Grundlage seiner jahrzehntelangen Erfahrung in diesem Bereich reflektierte er über die konzeptionellen Herausforderungen, denen er während seiner Tätigkeit in Niedersachsen begegnet war. Als Leiter der Beratungsgruppe für den Wohnungsmarkt bei der Landesentwicklungsbank hat er mehrere Wohnungsmarktberichte für die Region verfasst. Er empfahl Wege, wie ukrainische Entscheidungsträger trotz Datenknappheit institutionelle Kapazitäten von Grund auf aufbauen und den Beobachtungsprozess initiieren könnten.
Das Webinar wurde von Oleg Syabrenko (Experte für Wohnungswesen und Datenanalyse der GIZ und des IWO in der Ukraine) abgeschlossen, der den aktuellen Stand der statistischen Daten zum Wohnungswesen in der Ukraine erläuterte und nächste Schritte für die Einrichtung eines Monitoringmechanismus für die Ukraine aufzeigte. Das deutsch-ukrainische IWO-Team wird die Empfehlungen zur Wohnungsüberwachung und die Schlüsselindikatoren für die Ukraine weiter ausarbeiten, die dem Ministerium und der Öffentlichkeit in Kürze vorgelegt werden.
Wir möchten uns bei allen ReferentInnen und Teilnehmenden der Veranstaltung sowie für das positive Feedback bedanken, das wir für die Inhalte und das Format erhalten haben. Wir freuen uns auf den weiteren Austausch.
Die Aufzeichnung des Webinars ist auf dem Kanal des IWO auf Ukrainisch verfügbar:
Das Webinar fand im Rahmen des von der ADH finanzierten Projekts „Diversifizierung der Wege der Wohnraumförderung hin zu menschenwürdigem und bezahlbarem Wohnraum in der Ukraine“ statt, das von Habitat for Humanity Deutschland moderiert und von Habitat for Humanity Ukraine umgesetzt wurde.
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