Projekt „Energieeffiziente Modernisierung von Mehrfamilienhäusern“ im Rahmen des Programms der Östlichen Partnerschaft und Zentralasiens (FELICITY II)
Das Projekt wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) gemeinsam mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) umgesetzt.
Die Ukraine steht vor einer beispiellosen Herausforderung: Die Wiederherstellung des stark beschädigten Wohnungsbestands muss mit dem Übergang zu modernen, energieeffizienten und resilienten Lösungen für Mehrfamilienhäuser einhergehen. In den frontnahen Städten Krywyj Rih und Mykolajiw ist dieser Bedarf besonders dringlich. Hier unterstützt die ukrainische Komponente von FELICITY II die Kommunen dabei, von punktuellen Reparaturen zu einem systematischen Ansatz der energieeffizienten Modernisierung von Mehrfamilienhäusern überzugehen.
Die Beteiligung von IWO baut dabei auf Erfahrungen auf, die zuvor im Rahmen von FELICITY II in Kasachstan und Usbekistan gesammelt wurden. Dies gewährleistet eine fachliche Kontinuität und ermöglicht die Übertragung bewährter Ansätze in einen neuen Kontext.
Im Rahmen des Projekts unterstützt IWO Krywyj Rih und Mykolajiw beim Aufbau von Servicezentren nach dem „One‑Stop‑Shop“-Prinzip (OSS). Diese kommunalen Zentren sollen zu einem zentralen institutionellen Baustein für die Begleitung von Projekten zur energieeffizienten Modernisierung werden. Jedes OSS bündelt technische, organisatorische und kommunikative Aufgaben: von der ersten Gebäudeanalyse und der Entwicklung von Modernisierungslösungen bis hin zur Zusammenarbeit mit Wohnungseigentümer:innen sowie der Koordination aller Modernisierungsschritte.
Die Einrichtung solcher Strukturen ermöglicht es den Städten, nachhaltige Prozesse der energetischen Gebäudesanierung aufzubauen, die auch über die Projektlaufzeit hinaus Bestand haben. Ein wesentlicher Bestandteil ist daher der Kompetenzaufbau der OSS‑Teams. IWO bietet Schulungen an, unterstützt bei der Entwicklung interner Abläufe und erstellt praktische Werkzeuge und methodische Materialien, die den Kommunen helfen, langfristige Kapazitäten für die energetische Modernisierung ihres Wohnungsbestands aufzubauen.
Ein besonderer Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Zusammenarbeit mit den Bewohner:innen, ohne die eine Modernisierung von Mehrfamilienhäusern kaum möglich ist. In frontnahen Gemeinden, in denen Menschen unter ständiger Unsicherheit leben, ist es besonders wichtig, Prozesse verständlich zu gestalten, Entscheidungen transparent zu machen und echte Mitgestaltung zu ermöglichen. IWO führt hierfür inklusive und gendersensible Dialogformate ein, moderierte Treffen, leicht verständliche Informationsmaterialien sowie Werkzeuge zur Unterstützung gemeinsamer Entscheidungsfindung. Dies hilft den Wohnungseigentümer:innen, sich in komplexen technischen, rechtlichen und finanziellen Fragen zurechtzufinden und aktiv an der Planung der Modernisierung mitzuwirken.
In Gebäuden, die für eine Modernisierung vorbereitet werden, unterstützt IWO zudem die Gründung und Stärkung von Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG oder „OSBB“ auf Ukrainisch). Dies ist entscheidend für die spätere Verwaltung des Gebäudes, für die gemeinsame Verantwortung der Wohnungseigentümer:innen sowie für die langfristige Nachhaltigkeit der energetischen Verbesserungen.
Auf diese Weise entwickelt FELICITY II Ukraine ein umfassendes Modell zur Vorbereitung der Zielstädte auf die Modernisierung ihres Wohnungsbestands: vom Aufbau der OSS und der Qualifizierung der Teams über die Zusammenarbeit mit den Wohnungseigentümer:innen bis hin zur institutionellen Unterstützung der Kommunen. Die Rolle von IWO besteht darin, die Städte mit den notwendigen Instrumenten, dem Wissen und stabilen Prozessen auszustatten, damit sie den Weg zu einer energieeffizienten, sicheren und resilienten Wideraufbau selbstbewusst gestalten können – im Einklang mit modernen Ansätzen der energieeffizienten Gebäudemodernisierung.
Fördergeber
Partner
Laufzeit
07/2025 – 12/2026
Projektkoordination
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Kontakt
Yuliia Popova
Knut Höller
Aktuelles
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