Stärkung der urbanen Resilienz in den Bereichen Versorgungsinfrastruktur und Wohnraum in der Ukraine (SUR)
Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt das von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH durchgeführte Übergangshilfeprojekt „Strengthening of Urban Resilience in the Areas of Supply Infrastructure and Housing in Ukraine (SUR)“ Städten und Gemeinden in Ost- und Zentralukraine dabei, die dramatischen Folgen des Krieges zu bewältigen und die Herausforderungen des lokalen Wiederaufbaus zu meistern.
IWO e.V. schloss sich Ende 2024 dem SUR an, um den Arbeitsschwerpunkt des Projekts „Kommunaler Wohnungssektor“ zu stärken. Im Rahmen dieses Projekts übernimmt IWO folgende Aufgaben:
- Erstellung strategischer Dokumente in Partnerschaft mit den Städten und im Dialog mit den wichtigsten Akteuren des städtischen Wohnungsmarktes, darunter:
- eine Analyse der aktuellen Lage im Wohnungswesen;
- Empfehlungen zur Ausarbeitung lokaler Strategien für die Wohnungspolitik;
- ein Konzept für einen Betreiber von Sozial- und/oder erschwinglichem Wohnraum in der Gemeinde.
- Stärkung der Kapazitäten der Kommunalverwaltungen zur Umsetzung der Wohnungspolitik und zur Einführung neuer Formen der Wohnraumversorgung durch Schulungsmaßnahmen, Workshops und Beratungen sowie durch die Teilnahme an wichtigen nationalen und internationalen Veranstaltungen.
Das Ziel der Entwicklung lokaler Wohnungsstrategien aus Sicht des SUR-Projekts besteht darin, die Ansätze zur Verwaltung des Wohnungswesens auf lokaler Ebene zu überarbeiten und sie an die Ziele der neuen ukrainischen Wohnungspolitik anzupassen, die sich in Richtung europäischer Rechtsvorschriften und Standards verändert, sowie das Konzept der Nachhaltigkeit in das System der Wohnungsverwaltung zu integrieren, um die Folgen der bewaffneten Aggression für das Wohnungswesen zu überwinden.
Die Erreichung dieses Ziels ist entscheidend für die Vorbereitung der Städte auf den Wiederaufbau nach dem Krieg, insbesondere für die Gewinnung von Investitionen zum Bau der erforderlichen neuen Wohnformen – Sozialwohnungen und erschwinglicher Wohnungen der Gebietskörperschaft, die der neuen Nachfragestruktur entsprechen. Darüber hinaus liefert die experimentelle Entwicklung lokaler Wohnungsstrategien auf nationaler Ebene Informationen über die Lage in den Städten und die aktuellen Anforderungen an die strategischen Planungshorizonte im Wohnungswesen auf der Basisebene. Das Projekt konzentriert sich nicht nur auf die durch die Folgen des Krieges bedingten Herausforderungen, sondern auch auf seit langem bestehende Probleme im Wohnungswesen, die dessen Anpassungsfähigkeit und Transformationspotenzial zur Bewältigung dieser Folgen einschränken. Der von der ukrainischen Regierung verkündete Ansatz, „besser wiederaufzubauen als zuvor“, ist für den Wohnungssektor von größter Aktualität. Er sieht eine Transformation der Ansätze zur Wohnraumversorgung, zur Verwaltung und Instandhaltung von Wohnraum, zur nachhaltigen finanziellen Absicherung, zur Entwicklung von Institutionen sowie zur Formalisierung des Systems der Wohnverhältnisse vor.
Ein zentraler Meilenstein des Projekts ist die Analyse des Wohnungswesens der Stadt und die Erstellung eines entsprechenden Analyseberichts, der dessen wesentliche Parameter aufzeigt, eine kompetente Diskussion aller Interessengruppen der Stadt ermöglicht, Defizite und Perspektiven aufzeigt und die fundierte Formulierung strategischer Entwicklungsprioritäten unter Berücksichtigung der Veränderungen auf nationaler und internationaler Ebene sowie der Empfehlungen zur Stärkung der Nachhaltigkeit des Wohnungswesens ermöglicht. Dieses Dokument soll als gemeinsame analytische Grundlage für die fachliche Diskussion, die Fassung fundierter Verwaltungsentscheidungen sowie die weitere Festlegung von Zielen, Prioritäten und Umsetzungsmechanismen der lokalen Wohnungsbaustrategie dienen. Als Vorbild für die Durchführung einer solchen Analyse diente das deutsche Instrument „Wohnungsmarktbeobachtung“.
Im Mai und Juni 2025 wurde ein Schulungsprogramm für 17 Städte durchgeführt. Vier Städte setzten die Zusammenarbeit mit dem Projekt fort: Schytomyr, Poltawa, Kremenchuk und Bila Tserkva. Nach einem Jahr intensiver Arbeit wurden strategische Dokumente für drei Städte erstellt.
Auf der Grundlage der Ergebnisse der Analyse und der Formulierung von Empfehlungen für lokale wohnungspolitische Strategien in den Partnerstädten erarbeitet das IWO gemeinsam mit Experten und Partnern von SUR methodische Empfehlungen für die Gebietskörperschaften zur Ausarbeitung lokaler wohnungspolitischer Strategien. Diese Empfehlungen sollen den Gemeinden und anderen Interessengruppen als Orientierung bei der Datenerhebung, der Auswahl relevanter Indikatoren sowie der Formulierung fundierter Schlussfolgerungen und Entwicklungsziele für den Wohnungsbereich dienen. Die Empfehlungen werden in die Abschlusspublikation zu den Ergebnissen des Projekts „From Evidence to Reform: Building housing resilience in recovering Ukrainian cities“ in Zusammenarbeit mit DOM Publishers aufgenommen.
Im Jahr 2026 schlossen sich zwei weitere Städte dem Projekt an – Mykolajiw und Kalusch –, mit denen der Entwicklungsprozess unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus der ersten Iteration wiederholt wird.
Partner
Laufzeit
12/2024 – 03/2027
Projektkoordination
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Projektdokumente
Kontakt
Yuliia Popova
Knut Höller
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