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Initiative Wohnungswirtschaft Osteuropa (IWO) e.V.Initiative Wohnungswirtschaft Osteuropa (IWO) e.V.


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Was braucht man für eine großflächige energetische Sanierung von Wohngebäuden in der Ukraine?


Lösungen zur dieser Frage und aktuelle Entwicklungen im Wohnungssektor der Ukraine wurden von den Teilnehmern der fast gleichnamigen Konferenz „Großflächige energetische Sanierung von Wohngebäuden. Was braucht man dafür?“ am 10. September 2015 in Kiew aktiv diskutiert. Dabei tauschten sich die ukrainischen Experten mit Fachleuten aus Deutschland, Lettland und Litauen aus. Die Konferenz bildete den Abschluss einer langen Veranstaltungsreihe von Seminaren, runden Tischen und Treffen von Stakeholdern, die im Rahmen des von der Friedrich Naumann Stiftung geförderten Projektes „«Energieeffizienz in Wohngebäuden – Gründung von Wohneigentümergesellschaften»(2012-2015) stattfand.

10. September 2015, Kiew/Ukraine ((© IWO e.V.)

Innerhalb des vergangenen Jahres sind in der Ukraine mehrere ernstzunehmende Schritte hin zu Reformierung der Wohnungswirtschaft unternommen worden. Bereits im Mai dieses Jahres organisierte die IWO zwei Konferenzen in Charkiw (19.05.2015) und Odessa (20.05.2015), bei denen Reformbemühungen in der Wohnungsverwaltung als wichtige Schlüsselansätze zur energetischen Sanierung diskutiert wurden. Die Reformschritte spiegeln sich in zahlreichen Gesetzentwürfen und in neuen Finanzmechanismen zur Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen wider. Dennoch ist eine breite und flächendeckende Sanierung noch immer nicht in Sicht. Zu den größten Hindernissen gehören weiterhin:

  • Fehlen oder unzureichende staatliche Förderprogramme und Finanzmechanismen, die von der breiten Bevölkerung genutzt werden können.
  • Mangeln einer stimulierenden Politik für Energietarife.
  • Unzureichendes Verständnis der Wohnungseigentümer über die energieeffiziente Gebäudesanierung.
  • Fehlen von effektiven und marktorientierten Verwaltungsstrukturen in der Wohnungswirtschaft.

Die internationalen Teilnehmer diskutierten die aktuellen Entwicklungen und vorhandenen Hindernisse des Wohnungssektors in der Ukraine.

Alexey Korchmit, der erste stellvertretende Vorsitzende der staatlichen Agentur für Energieeffizienz und Energieeinsparung der Ukraine präsentierte aktuelle Zahlen der Kreditvergabe zur Durchführung von energieeffizienten Maßnahmen bei der Gebäudesanierung. Bei dem Programm werden 40% der Sanierungsmaterialien vom Staat nachträglich kompensiert. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten entwickelt es sich allmählich dynamischer. Bis jetzt haben überwiegend Einfamilienhaushalte Anträge gestellt. Bei Mehrfamilienhäusern sind die Zahlen noch immer sehr gering und bewegen sich im zweistelligen Bereich. Als zu komplex wurde hier die Antragstellung für diese Gruppe genannt. Wobei Herr Korchmit unterstrich, dass die staatliche Agentur für Energieeffizienz hier noch versucht den Prozess soweit wie möglich zu vereinfachen.

Als besonders lehrreich empfanden die ukrainischen Teilnehmer die Erfahrungen der baltischen Länder Lettland und Litauen. Beide hatten nach der Unabhängigkeit eine ähnliche Ausgangssituation wie die Ukraine, haben aber in den letzten Jahren aktiv daran gearbeitet Sanierungsprogramme zu entwickeln und umzusetzen (u.a. mit der Unterstützung der IWO e.V.).

Deutliche Unterschiede zwischen den Ländern zeichneten sich bei den Kosten von komplexen Gebäudesanierungen. Während in Ostdeutschland die durchschnittlichen Ausgaben pro Quadratmeter sich auf ca. 200 Euro beliefen, nannten die ukrainischen Kollegen zum Teil weit niedrigere Zahlen. Nach ausgiebiger Diskussion stellte sich aber heraus, dass hier der Umfang und Qualität der komplexen energetischen Gebäudesanierung unterschiedlich definiert werden. Für die ukrainische Agentur für Energieeffizienz sind schon mehrere kleine Einzelmaßnahmen als komplex zu bezeichnen. Die deutschen Vertreter betonten die Wichtigkeit einer verlässlichen und unabhängigen Kontrolle bei der Planung und Umsetzung von komplexen Bauarbeiten, um auch das Vertrauen der Wohnungseigentümer für diese Maßnahmen zu gewinnen.

Die Veranstaltung zeigte klar, dass gerade solche offensichtlichen Unterschiede eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Akteuren aller Länder bedürfen. Hierfür sind Pilotprojekte notwendig, bei denen die ukrainischen und deutschen Fachleute gemeinsam funktionierende Lösungen ausarbeiten. Solche Lösungsansätze können dann verstärkt in großflächige Sanierungsprogramme einfließen.

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Kontakt:

Larissa Schreckenbach
Tel: +49 3020605487
schreckenbach@iwoev.org

Johann Strese
Tel: +49 30 20679802
strese@iwoev.org


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